Ein Ende mit Schrecken
Die Saga um den Hexer Geralt, für die Gamer als the Witcher bekannt, hat weltweit Millionen Fans. Geralt ist kein klassischer, strahlender Ritter, eher Streicher als Aragorn. Seine arkanen Kräfte erlauben es ihm, auch die schrecklichsten Monster, Hexen, Nachtgestalten und andere Untiere zu jagen und zur Strecke zu bringen. Das er dabei das eine oder andere amoröse Abenteuer, mit dankbaren Maiden oder seiner Geliebten Yennefer erlebt, tut dem Mythos des Hexers keinen Abbruch.
Ich muss gestehen, auch ich gehöre zu den Geralt-Fans, zumindest, was die ersten Bücher angeht. Großartig geschrieben, ein wenig düster, trotzdem ironisch und witzig und mit einer Hintergrundgeschichte die ihre Geheimnisse nur langsam, Stück für Stück, offenbart. Leider zu langsam.
Mittlerweile bin ich bei „Die Dame vom See“ angelangt und habe das Buch weggelegt. Ich schaffe es einfach nicht mehr, den ewigen Abschweifungen und sprachlichen Auswüchsen des Autors zu folgen. Man kann mich altmodisch nennen, aber ich will einfach nicht vom „Nilfgaarder Mikroklima für optimalen Weinanbau“ lesen. Nicht in einem Fantasy-Roman. Irgendwann auf dem Weg hat der gute Andrzej Sapkowski seinen Schreibstil abdriften lassen und mir gefällt als Leser überhaupt nicht, wo er gelandet ist.
Ich setze noch Hoffnungen in den neuen Band „Zeit des Sturms“. Da soll Sapkowski wieder zu seinen Ursprüngen zurückfinden. Und hoffentlich auch, zu dem Geralt der Anfänge.
