Der Schwalbenturm – Andrzej Sapkowski

Die Sage vom Hexer Geralt

Buchcover DerSchwalbenturm Andrzej Sapkowski
Der vierte Band der Hexer-Sage von Andrzej Sapkowski

Verfolgt von den Häschern des Kaisers von Nilfgaard, flieht die Prinzessin Ciri durch ein Land, das durch die Wirren des Krieges ins Chaos gestürzt wird. Der Hexer Geralt, der Barde Rittersporn und ihre Gefährten versuchen verzweifelt zu ihr zu gelangen, um sie zu beschützen. Der vorletzte Band der Hexer-Saga vom berühmten polnischen Autor Andrzej Sapkowski, widmet sich stärker der jungen Ciri, als ihrem Ziehvater und Beschützer Geralt. Für die Prinzessin aus Cintra geht es darum, den legendären Schwalbenturm zu finden. Dort, so glaubt sie, könne sich ihr Schicksal entscheiden und damit das Schicksal ihres Königreichs und womöglich auch der Ausgang des Krieges.

Eine überzeichnete Heldin

Ich bin ein großer Freund der Hexer-Romane und habe die vorherigen Bände mit Begeisterung verschlungen. Zu Anfang. Mit dem Fortschreiten der Geschichte und der Entwicklung der Charaktere, wurde bei mir aus Begeisterung Freude und aus Freude schließlich so etwas wie väterliches Wohlwollen. Warum diese Talfahrt? Mich haben die letzten Bände und das gilt besonders für „Der Schwalbenturm“, nicht mehr so mitgerissen, wie die ersten Geschichten. Das mag daran liegen, dass der Hexer Geralt immer mehr in den Hintergrund tritt und dafür die Rolle von Ciri stärker wird. Ich persönlich finde Ciri, eine waschechte Prinzessin, die sich als Räuberin verdingt, halb zur Hexerin ausgebildet, halb Zauberin, weit weniger glaubhaft und für den Leser greifbar, als Geralt. Dazu kommt, dass ich den Sprachstil von Sapkowski, teilweise zu modern finde. Er verwendet Begriffe und bedient sich an Sagen und Metaphern, die ich in dem Kontext einer mittelalterlichen Welt unpassend finde.

Fortsetzung folgt definitiv

Insgesamt war „Der Schwalbenturm“ für mich eine ziemlich zähe Lektüre. Ich habe ihn durchgeschafft, große Freude hat mir dieser Fantasy Roman nur an wenigen Stellen bereitet. Ein Freund hat mir den Folgeband ans Herz gelegt. „Die Dame vom See“ soll wieder mehr von der klassischen Hexer-Erzählung haben, die ich in den ersten Romanen so genossen habe. Vielleicht entdecke ich dann ja im letzten Band auch meine Begeisterung für Prinzessin Ciri.

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