The Amulet of Samarkand – Bartimaeus, Jonathan Stroud

Beschwörer an die Macht

Dämonen zu beschwören und ihnen Dienste aufzuzwingen ist das grundlegende Handwerk eines jeden Zauberers. Mit Hilfe ihrer dämonischen Diener haben es die Zauberer geschafft, weltweit an die Macht zu gelangen. So auch in London, dem Herz des britischen Empire. Hier lebt der junge Zauberlehrling Nathaniel, bei seinem Lehrmeister Mr. Underwood und dessen Frau. Getrieben von Wissensdurst und der Neugier der Jugend, beschwört der 12-jährige Nathaniel den über 5.000 Jahre alten Dämon Bartimaeus, um sich an dem Zauberer Simon Lovelace zu rächen. Dass er damit sich und Andere in eine tödliche Gefahr begibt, ahnt der Junge nicht…

Magier beherrschen die Welt

Jonathan Strouds berühmte Reihe über den Dämon Bartimaeus und seinen Beschwörer Nathaniel zeichnet des Bild einer modernen Magokratie. Die Zauberer herrschen offen über die weltlichen Bürger. Nur wer magisch begabt ist, kann darauf hoffen, ein Staatsamt zu bekleiden. So antiquiert diese Weltanschauung auch wirkt, lässt der Autor seine Geschichte sich dennoch im Europa der Neuzeit entfalten. Nur die hochnäsigen Magier wirken wie aus der Zeit gefallen, wenn sie aus ihren Autos steigen oder über den Trafalgar Square flanieren.

Ein Dämon als Erzähler

Die Geschichte wird immer wieder aus den Augen des Dämons Bartimaeus erzählt und es sind diese Passagen, die dem Roman einen besonderen Humor geben. Bartimaeus kommentiert mit spitzer Zunge die Geschehnisse um ihn herum, aus dem Blickwinkel eines jahrtausendealten Beobachters, der alles mehr oder minder schon mal gesehen hat. Trocken, ein bisschen zynisch und sehr gelungen.

Der Auftaktroman der Buchreihe über Bartimaeus und den jungen Zauberer Nathaniel hat mir viel Spaß gebracht. Besonders, wenn der Dämon zu Wort kommt. Nicht mein absoluter Top-Favorit insgesamt, aber ein wirklich guter Roman.

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