Quantum Suicide – David Schwertgen

Eine Traumwelt am Abgrund

Paul Damron erwacht in einer Welt, die ihm fremd ist. Inmitten einer futuristischen, arabischen Großstadt versucht er zu ergründen, wie er hierher gekommen ist und warum er sich nur bruchstückhaft an die Vergangenheit erinnern kann? Um ihn herum zerstört sich die Gesellschaft in einem Albtraum aus terroristischen Anschlägen, pornographischer und medialer Reizüberflutung. Als Pauls Visionen und Träume immer mehr Einfluss auf ihn nehmen, hofft er, dass der Psychologe Dr. Lavalier ihm einen Weg zur Rettung weisen kann.

David Schwertgens Debütroman ist eine ungewöhnliche Mischung aus Science Fiction und Gegenwartserzählung. Der Autor greift viele aktuelle Themen, wie Terrorismus und die Macht der Medien auf, ohne sich aber letztlich tiefgehender damit zu beschäftigen. Im Kern dreht sich alles um Paul Damron und seine Psychosen. Was ist Albtraum, was Realität? Und was hat der Geisteszustand des Protagonisten mit den Geheimnissen der jüdischen Kabbala zu tun?

Verschwörungstheorien und Psychosen

Quantum Suicide beantwortet diese Fragen leider nicht gänzlich. Vieles im Roman bleibt offen oder wird nur angerissen. So wie der Protagonist ohne Halt durch sein Leben taumelt, kommt auch der Leser manchmal etwas ins Schwimmen, bei den zahlreichen Gedankensprüngen und Szenenwechseln, die David Schwertgen in seine Geschichte einbindet. Trotzdem liest sich das eBook flüssig. Eine Empfehlung für Freunde von Verschwörungstheorien und dystopischen Gesellschaftsentwürfen.

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